Cross-Innovation Workshop-Reihe


Dezentrale Technologien, Maschinelles Lernen, Motion Capture und Datensouveränität

Akteur*innen

Julia Hartnik, Hannes Käfer, Agnès Lotton, Julia Pierzina, Jan Tretschok, Soenke Zehle


Projektjahre

2018, 2019

Das Projekt unterstützte Cross-Innovation-Prozesse durch die Konzeption und Organisation verschiedener komplementärer Formate der gemeinsamen Ideen- und Projektentwicklung. Der Begriff der “Co-Creation” bezieht sich auf Methodiken, die Möglichkeiten der Mitgestaltung / Mitbestimmung in der Vordergrund stellen. Zielgruppen waren daher neben in Führungspositionen und/oder im F&E-Bereich tätigen Vertreter:innen von KMU sowie Arbeitnehmer:innenvertretungen auch kreativwirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure, um im branchen- und unternehmensübergreifenden Austausch gesellschaftliche Fragen des Umgangs mit Digitalisierung aufzugreifen.

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels im Saarland stehen bei allen Veranstaltungen die Querschnittsthemen Digitalisierung und Teilhabe an gesellschaftlicher Veränderung im Fokus. Innovationen in der Region werden wahrgenommen als korrespondierende Prozesse des technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Umbruchs. Innovationsprozesse beziehen daher Unternehmen, Organisationen und Bürger*innen ein.

Die im Projekt konzipierten und durchgeführten praxisbasierten Workshops gaben Anregungen zur modellhaften Operationalisierung neuer Strukturen, Formen und Methoden der Mitgestaltung und Mitbestimmung am Beispiel ausgewählter Schlüsseltechnologien.

Sie sind übertragbar auf weitere Innovationspfade und -ketten in neuen Anwendungsbereichen sowohl im Saarland als auch in anderen Regionen. Die Ausrichtung der internationalen Software-Konferenz “Libre Graphics Meeting 2019” bot eine Plattform zur grenzüberschreitenden Erweiterung solcher Prozesse und unterstützte Innovationsakteure bei der Internationalisierung durch Fachaustaustausch und Vernetzung. Diese Module wurden durch eine praxisbasierte, digitale “Learning Journey” an beispielhafte Innovationsorte zur Unterstützung der Strategienentwicklung der “Netzwerkstelle Digitalisierung” ergänzt.

Vier praxisbasierte, gemeinsam mit Partnern durchgeführte Workshops setzen sich mit Schlüsseltrends der Digitalisierung auseinander. Diese Innovationsfelder erfordern multidisziplinäre Ansätze und bieten einem breiten Akteursspektrum Möglichkeiten zur branchen- und unternehmensübergreifenden Wissens- und Erfahrungstransfer:

Dezentrale Technologien (Video)

Auch wenn die “Blockchain” als Schlüsselanwendungsfeld dezentraler Technologien gilt (vor allem über die Popularisierung alternativer Zahlungsmittel wie Bitcoin), bieten Dynamiken einer Dezentralisisierung von Infrastrukturen sehr viel weitergehende Möglichkeiten einer Entwicklung neuer Innovationsansätze. Im Vordergrund der Auseinandersetzung stehen hier Peer-to-Peer-Plattformen und Infrastrukturen, die den Wandel einer stark zentralisierten Plattform-Ökonomie hin zu kollaborativen, dezentral entwickelten und organisierten Dynamiken und Geschäftsmodellen unterstützen.

Motion Capture

Motion Capture (Bewegungs-Erfassung) bezeichnet ein Tracking-Verfahren, das Bewegung im Raum in Daten umwandelt, so dass diese wiedergegeben, analysiert, weiterverarbeitet und zur Steuerung von Anwendungen genutzt werden können. Im Workshop werden Teilnehmer:innen Wissen über die Funktionsweise und Anwendungsfelder der Technologie vermittelt, um so gemeinsam neue Anwendungen zu erörtern, die zur Prozessoptimierung oder auch Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen dienen könnten.

Datensouveränität (Video)

Gegenstand des Workshops ist es, gemeinsam darüber nachzudenken, was persönliche Daten insbesondere im betrieblichen Kontext ausmacht, welche persönlichen Chancen und Herausforderungen die Nutzung dieser Daten bietet, und Lösungsansätze zu entwickeln, wie der Umgang mit persönlichen Daten effizienter und besser gestaltet werden kann. Der Workshop thematisiert umfassende Ansätze wie Datengenossenschaften und bietet Möglichkeiten zur praktischen Auseinandersetzungen mit alternativen Litenzmodellen.

Maschinelles Lernen

Maschinelles Lernen ist ein Oberbegriff für die „künstliche“ Generierung von Wissen aus Erfahrung. Ein künstliches System lernt aus Beispielen und kann diese nach Beendigung der Lernphase verallgemeinern. Das heißt, es werden nicht einfach die Beispiele auswendig gelernt, sondern es „erkennt“ Muster und Gesetzmäßigkeiten in den Lerndaten. So kann das System auch unbekannte Daten beurteilen (Lerntransfer).

Die mehrteiligen Workshops (mind. 2 * 2 Stunden) umfassten Einführungen in die jeweiligen Technologiefelder/Thematiken sowie in entsprechend vorbereitete Prototyping-Umgebungen und ermöglichen so die kollaborative Entwicklung konkreter Ideen für Anwendungsszenarien. Bei jedem Workshop wird ein besonderes Augenmerk auf die intensive Auseinandersetzung mit den inherenten Logiken der jeweiligen Technologiefeldern/Thematiken, ihren aktuellen Anwendungsfeldern und den sich abzeichnenden Entwicklungstendenzen gelegt, um den Teilnehmer*innen auf dieser Grundlage die konkreten Transferleistungen in ihre jeweiligen Tätigkeitsfeldern zu erleichtern. Dabei spielen Aspekte des Peer-to-Peer-Lernens durch branchenübergreifende Teilnehmer*innengruppen ebenso eine Rolle wie die Definition und praktische Konkretisierung von Möglichkeiten der (Mit-)Gestaltung.

Die Workshops wurden so dokumentiert, dass das vermittelte Wissen nicht nur innerhalb der teilnehmenden Unternehmen bzw. Organisationen geteilt, sondern auch Nicht-Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt werden kann.

Bei dem als Teil einer “Learning Journey” durchgeführten Workshop für Strategieentwicklung handelte es sich um ein Format mit strategischer Ausrichtung, das die Teilnehmer:innen mit bereits umgesetzten Cross-Innovation-Plattformen (u.a. Hubs, MakerSpaces, Inkubatoren) an verschiedenen Standorten der Großregion, aber auch darüber hinaus vertraut macht und Grundlagen schafft für den Ausbau grenzüberschreitender Kooperationen.

Im Rahmen der “Learning Journey” wurden folgende Cross-Innovation-Plattformen vorgestellt:

Lichtwerkstatt Jena
Factory Hub Vienna
Technoport Luxembourg
TCRM BLIIIDA Metz

Der zweite Teil der “Learning Journey” zielte darauf ab, die Teilnehmenden in einen Erfahrungsaustausch rund um das Datenräume als neuen cross-innovativen Querschnittsansatz zu bringen, von dem ausgehend die Strategieentwicklung im Hinblick auf die Schaffung neuer Formate zur Förderung der Innovationsfähigkeit von Forschungsakteuren, politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie  mittelständischen Unternehmen konkretisiert werden können.

Die “Learning Journey” verband unterschiedliche Formen des Austausches inkl. schriftliche und aufgezeichnete Interviews und Videokonferenzen - von einem Besuch vor Ort musste wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung der COVID19-Pandemie abgesehen werden.

Abbildungen