Faszination mit anderen Welten

Die Faszination mit anderen Welten ist tief verankert in unserem popkulturellen Alltag, die Imagination möglicher Zukünfte ist Kern einer wichtigen Kulturtechnik – ob als Erzählung, als Visualisieurung oder als szenische Darstellung, ob als Dystopie oder Utopie, Traum oder Albtraum. Als Technologie wird VR seit einigen Jahren vor allem durch die Verbindung neuer VR-Brillen mit neuen Spielformaten immer populärer.
Der Blick durch die Brille ist der Blick auf ein Panomara, ein Blick also, der ebenso auf den Film wie auf das Theater verweist. Die auch im Wortsinn »totalen« Darstellungsformen der VR verbinden die Immersion in digitalen Räumen mit den Möglichkeiten simulierter Welterfahrungen, derzeit meist um den Preis eines Rückzugs in eine eigene Welt. »Prozesse« zeigt die VR-Experience »In the Shade« von Markus Frei
(Media Art and Design, HBKsaar) und Pascal Ziegler (Medieninformatik, Universität des Saarlandes).
Der ambivalente Umgang mit den Möglichkeiten des Aufbruchs in virtuelle Welten spiegelt den Umgang mit Prozessen der Digitalisierung – Enthusiasmus und Unbehagen, Neugier und Isolation als letztendliche Konsequenz personalisierter Erfahrung.
Das Festival Max-Ophüls Preis ist das wichtigste Festival für den jungen deutschsprachigen Film. 2017 werden zum neunten Mal die Branchentage stattfinden, eine mehrtägige Fachveranstaltung, die das Festival begleitet und sich unter anderem in Kooperation mit K8 kritisch mit dem Thema »Virtuelle Realitäten« auseinandersetzen wird. K8 engagiert sich zudem in einer Arbeitsgruppe des Goethe Instituts, in dem es um den Einsatz von VR in Kulturtransfer, Spracherwerb und Kulturjournalismus geht.