Aus der Perspektive des Alltagslebens

Aus der Perspektive des Alltagslebens scheint der Begriff »Smart City« eher unglücklich gewählt – die Intelligenz einer Stadt liegt nicht allein in ihren Infrastrukturen, sondern in der Lebendigkeit und Vielfalt ihres Alltags, in ihren kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Prozessen. Dennoch werden in ganz Europa unter den Schlagworten »Smart City«, »Smart Citizenship« und »Smart Society« Arbeitsgruppen gebildet, Netzwerke ins Leben gerufen, Forschungsergebnisse veröffentlicht.
Die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie wir öffentliche Räume gestalten und nutzen. Der Begriff des Öffentlichen wiederum rührt an das Selbstverständnis demokratischer Gesellschaften, die im Zuge des digitalen Wandels das Mensch-Maschine-Verhältnis radikal neu definieren – auch in Bezug auf den öffentlichen Raum.
Am Beispiel der Diskussionen rund um die Themen »Smart City« und »Smart Society« lässt sich daher gut verfolgen und vergleichen, wie an anderen Orten der Welt über die Rolle der Digitalisierung im öffentlichen Raum nachgedacht wird.
Neben die Entwicklung datenbasierter Dienstleistungen treten zunehmend Experimente mit neuen Formen der Beteiligung, Mitbestimmung und Selbstorganisation. Im Namen der »technologischen Souveränität« nimmt das Interesse an alternativen Ansätzen zu, die die Aufgabe des öffentlichen Raums vor allem in der Bereitstellung von Gemeingütern sehen.
In ganz Europa gibt es derzeit Diskussionen, die die Themen Stadtentwicklung, Gemeinwohlökonomie und Bürger/innenbeteiligung miteinander verbinden und die Möglichkeiten der Digitalisierung aus dieser Perspektive bewerten.
K8 koordiniert eine offene Arbeitsgruppe, die diese Themen in Zusammenarbeit mit interessierten Kommunen im Saarland aufgreift und 2017 eine Workshop-
Reihe organisiert, in der kulturelle, politische und soziale Digitalisierungs-Initiativen aus anderen Städten vorgestellt werden.