Dystopie, Utopie, Archiv

Der meterlange Comic-Strip an der Wand der Galerie der HBKsaar zeigt Beispiele aus der langen Geschichte der Faszination des Comics für die Architektur, für die Stadt, für die imaginierten Räume fantastischer Fiktionen.
Comic-Künstlerinnen aus aller Welt kehren immer wieder zu diesem Thema zurück und schaffen nicht nur eigenständige, eigenwillige architektonische Szenarien, sondern entwerfen damit auch gesellschaftliche Räume. Die Ausstellung »Prozesse« erinnert an diese Vielfalt der Erfahrungs-Architekturen, um deutlich zu machen, dass wir in der Gestaltung unseres Alltags aus einer Vielzahl von Zukünften auswählen können.
Die internationale Bildauswahl wird ergänzt durch Arbeiten aus der Comic-Szene der HBKsaar. Neben dem seit 2011 jährlich stattfindenen Comic-Symposium wird das Thema regelmäßig in Lehrveranstaltungen
aufgegriffen, Bilderzählung und Illustration spielen auch im großregionalen Austausch eine zentrale Rolle.

Der farbige Plot wird von einer Projektion unterbrochen, in der einzelne Bilder aus einem Bildarchiv angezeigt werden. Über eine Schnittstelle, die aus zwei mit Sensoren versehenen Comic-Figuren und einem Lesegerät besteht, kann eine Bildauswahl ausgelöst werden. Ausgewählt werden kann allerdings kein konkretes Bild,
sondern nur die Quelle des Bildes – alle im Archiv enthaltenen Bilder sind entweder dem Thema »Dystopie« oder dem Thema »Utopie« zugeordnet, angezeigt wird jeweils ein Element zu einem der beiden Themen. Die
Installation lädt ein zum Spiel mit Zukunft, verknüpft die vertrauten Kunstformen des Comics mit den Möglichkeiten, im Zuge der Digitalisierung gemeinsam neue Architekturen der Erfahrung zu entwerfen.


Partner
dpz und xm:lab der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar), Frans-Masereel-Stiftung,
Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes,
hciLab – Human-Computer-Interaction, Universität Stuttgart